Montagsmuseum #9 (04.03.2019)

Alliirtenmuseum, Ausstellung „Little America“ – Leben in der Militär-Community in Deutschland.

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Beim Betrachten dieser sehr unterhaltsamen Fotoausstellung musste ich daran denken, wie das letztes Jahr war. Als ich selber in einer Community lebte. Ein halbes Jahr lang war ich ein Callcenter-Girl auf Teneriffa.

Wir waren fast nur Frauen und wohnten auf einem umzäunten Gelände im Süden, da wo es kein Grün gibt. Um uns herum Wüste, sozusagen.

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Am ersten Morgen dachte ich, in bin in Legoland aufgewacht. Ich wohnte in einem Bungalow, davon gab es hunderte, sie sahen alle gleich aus. Nur die Farben wechselten: grün, rot, orange. Sie hatten alle einen Schornstein, was rätselhaft war. Keiner wusste, wofür. Es kam nie etwas raus.

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Eine der Frauen, die mit mir in dem Bungalow wohnte, war im Jahr 2000 geboren. Ein Millenium Kind. Sie hätte meine Tochter sein können. Sie wollte nach der Zeit in Teneriffa Astrophysik studieren. Sie mochte, wie das klingt. Sie wollte, dass wir alle Freunde sind und lud ständig die Nachbarn zu uns ein. Die waren in ihrem Alter.

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Daran musste ich denken, als ich die Fotos der Amerikaner sah, die in Deutschland stationiert waren. Wenn man Menschen, die eigentlich nicht zusammen leben würden, durch äußere Umstände zu einer Community zusammensperrt, ist der einzelne Mensch in der Lage, sich anzupassen.

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Wenn drei 18jährige zusammen sind, kehrt so ein Grundkichern ein, dass sich schnell auf die dabeisitzende Beobachterin überträgt. Ein permanentes Grinsen, das im Gesicht einfriert und nach einer Weile schmerzhaft wird.

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