Montagsmuseum #12 (25.03.2019)

Berlinische Galerie: Julian Charrière „As We Used to Float“, Multimediale Rauminstallation 2018.

Ich habe einen Garten. Am Sonntag wurde das Wasser angestellt, traditionell ein Tag, an dem der Beginn der Saison gefeiert wird, Gäste kommen, man grillt.

Es wurde jemand mitgebracht, der den Garten das erste Mal sah. Kaum 5 Minuten war er da, schon erklärte er, was man alles anders, besser machen müsste. Einen „richtigen“ Kompost anlegen, die Beete sortieren, den Lavendel beschneiden, damit er atmen kann. Alles sei zuviel.

In mir breitete sich eine Kälte aus, als er hinzufügte, er komme vom Dorf und kenne sich aus.

Ich bin bald gegangen. Sagte, ich müsse noch ins Museum, was auch stimmte, doch eine Flucht war.

Bei einem Bild mit Gestrüpps, in dessen Glas ich mich spiegelte, begriff ich, worum es eigentlich gegangen war. Ich hatte seine Kritik persönlich genommen. Es ging um meinen Wildwuchs, mein Gestrüpp, mein Chaos.

Er hatte vorgeschlagen, das Unkraut abzuflammen, damit die Asche den Boden düngen kann. Das werde ich nicht zulassen. Denn mein Unkraut ist dieser Text, den ich gerade schreibe, das Foto, was ich poste. Unkraut sagt man übrigend nicht mehr im Zeitalter des nachhaltigen Gärtnerns.

Wieder im Einklang mit mir (aufgeräumt) konnte ich mich endlich den schönen Dingen der Galerie widmen, nämlich einer mehrteiligen Installation von Julian Charrière. Hier der Teil namens: „All We Ever Wanted Was Everything and Everywhere“.

Die Glocke ist aus Stahl. Sie hängt an einem Flaschenzug, als Gegengewicht dienen die mit Wasser gefüllte Plastikbeutel. Ja. Diese beiden Dinge sind gleich schwer. Das ganze basiert auf dem Prinzip einer Taucherglocke. Wunderbar. Wieder was gelernt. So geht erklären.

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