Montagmuseum #15 (15.04.2019)

Sexismus und Kunst. Dass ich mich da immer noch aufregen muss. Bevor ich ins Museum gegangen bin, hatte ich die Zeitung gelesen. An die Decke gehe ich, wenn eine Kritik über Siri Hustvedt beginnt mit: „Siri Hustvedt, Ehefrau von Paul Auster“. Zum kotzen ist es, weil in der gleichen Zeitung über einen neuen Film mit Casey Affleck NICHT geschrieben wird: „Bekannt für die sexuelle Belästigung von Magdalene Gorka“. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Weil die Frau durch ihren Partner definiert wird und der Mann allein stehen kann.

Mit diesem Material im Bauch, aus dem Magengeschwüre sind, bin ich in der Alten Nationalgalerie gegangen und zum zweiten Mal an diesem Tag ausgeflippt: Gleich im Eingang steht die Prinzessinnengruppe des Bildhauers Johann Gottfried Schadow.

Zu sehen sind die preußischen Kronprinzessin: Die spätere Königin Luise und ihrer jüngeren Schwester Friederike. Sie sind großartig. Menschlich. Und so, als würden sie sich mögen. Schwestern, die sich mögen. Hat man das schon mal gesehen? In der Kunst, mein ich? Ernstgemeinte Frage.

Warum ich so ausflippe ist weil: Es geht doch! Es gibt Kunst über Frauen, in denen kein Mann eine Rolle spielt. Wer glaubt, ich übertreibe, möge mir bitte in Elisabeth Frenzels „Motive der Weltliteratur“ den Eintrag über Schwestern zeigen. Es gibt ihn nicht. Der Eintrag über die Darstellung von Brüdern in der Kulturgeschichte hingegen ist 14 (!) Seiten lang.

Und dann tauchen auf Bildern plötzlich Frauen auf, wo ich auch nicht so genau sagen kann, was die da jetzt eigentlich macht. Hat jemand eine Idee?

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