Montagsmuseum #29 (22.07.2019)

Letzte Woche war das 25jährige Jubiläum der ersten Mondlandung. Ein Reporter erinnerte sich, wie er sich fühlte, als er das erste Foto der Erde vom All aus sah. Ihm sei klar geworden, wie verletzlich die Erde ist. Ganz allein, nur mit einer dünnen Schutzschicht umrandet. Im schwarzen Raum schwebend.

Das ist der Fußboden in einem Atelier der Universität der Künste in Berlin. Es war Tag des Rundgangs, mein Freund J. überredete mich, hinzugehen. Man kann sich die Arbeiten der Kunststudenten ansehen. Sie sind selber auch da und es gibt ganz viel zu essen und zu trinken.

Früher, also genauer gesagt in der 13ten Klasse hatte ich auch mal überlegt, Kunst zu studieren. Es schien mir aber zu schwer, einen Studienplatz zu bekommen. Ich war ganz gut, aber nie die Beste in meiner Klasse. Kunst war so weit weg von mir, ein fremder Planet. Kunst schwebte irgendwo da oben.

Meinem Freund J. fiel auf, dass viel geknutscht wurde auf der Party. Kunststudenten sind glückliche Menschen. Sie beschäftigen sich mit albernen Dingen.

Das kam ganz gut an.

Ich fühlte mich, als sei es okay, auf dem Mond zu sein und auf die Erde herab zu blicken. Als sei es das, worum es in der Kunst geht. Wo man sich hinter großen Nasen versteckt und knutscht, wenn einem danach ist.

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