Montagsmuseum #41 (04.11.2019)

Vier Künstler*innen werden gerade im Hamburger Bahnhof ausgestellt, die um den „Preis der Nationalgalerie“ konkurrieren. Die Besucher können sie nebeneinander betrachten und dürfen am Ende abstimmen, wer ihnen am besten gefällt. Das klingt erst einfach, hatte dann aber eine schräge Auswirkung auf mich. Es stresste mich. Aus Gründen.

Alle vier Kunstwerke sind Räume. Man betritt sie, wandelt hindurch, wie durch das vielbemühte Wunderland. Aber es geht nicht um Wunder. Kunstwerk eins war mit Linien und Robotern, Kunstwerk zwei war ein Wald mit einem Film über Lust im Alter und einem anderen über den Stolz von Männern auf ihre Babys. Kunstwerk drei roch nach verbranntem Kabel und hatte was mit Transferdruckverfahren und wild lebenden Tieren zu tun. Kunstwerk vier war ein Mash-Up aus sehr vielen Ausgaben des Buches „Fifty Shades of Grey“ und einer Wachsskulptur von Anne Frank.

Gut waren die alle, keine Frage. Aber was ist jetzt das Beste? Wo ich am Längsten hängengeblieben bin? Nun, das ist einfach. Bei dem mit dem Sex im Alter. Das war echt gut gemacht. Frauen im Gefängnis und ein sadistischer Wärter beobachtet sie. Das war nicht so verbissen, sondern witzig und hinterließ ein gutes Gefühl.

Ohne zuviel zu verraten, den alten Damen gelingt am Ende die Flucht aus dem Gefängnis und sie „bluten“ wieder. Als das Blut die alten Schenkel runterfloss, kicherten wir im Zuschauerraum – Menschenskind, die ollen Schachteln, dit sieht man och nich alle Tage.

Der „Wald“, durch den man nach diesem Film wandelte, war so naja. Theaterkulisse, dachte ich, aber das trifft es nicht. Mein Unbewusstes ist kein Wald, denke ich jetzt grade, am Schreibtisch, das hat mich irritiert. Alles so in Rot, wie ein Geburstskanal, durch den man gleitet, schon klar, am Ende eine ovale Öffnung, okayokay. Vagina *kicher*. Warum denn aber Wald?

Der Übergang ist ein „Peep-Hole“, durch den man den nächsten Film betrachten kann. Er hat die Form eines Auges. Das war dann wieder eine schöne Idee. Denn Augen sind auch oval, verstehste?

So. Wäre ich nun ein entspannter Museumsbesucher, würde ich für Pauline Curnier Jardin abstimmen. Aber ich bin ein gestresster Museumsbesucher, denn ich habe zuviele Kunstkritiken in meinem Leben gelesen. Das Kunstwerk, dass mit am besten gefallen hat, ist am einfachsten zu verreißen. Ich seh sie schon, mit ihren entgleisenden Mienen, mit spitzen Zungen zischen: „sexsells wie billig“. Der Wald ist schäbig. Die Metapher mit dem Blut am Schenkel ist so alt wie die griechischen Sagen. Ja. Das wird eine schnell hingerotzte Kritik, denn doof finden geht immer einfacher als gut finden.

Am Besten, ich stimm für das Kunstwerk mit den Linien und den Robotern ab, das hat mir gar nichts gesagt. Wenn mir das so geht, geht das sicher den Kritikern auch so und sie trauen sich nicht, sich die Blöße zu geben. Die Entscheidung fällt am 16.Februar 2020. Bis dahin kann ich ja noch überlegen.

Montagsmuseum #40 (24.10.2019)

Heute ist Donnerstag. Am Montag hatte ich keine Lust, einen Text zu schreiben. Letzte Woche auch schon nicht. Wozu denn. Liest doch eh keiner. Außerdem ist Herbst, oll, Verwesung, Tod. #düsterkaltschwarzundnassderWald.

Doch am Mittwoch schrieb dann eine Freundin.

Es gab eine „Inbal Lori Night“. Inbal Lori ist eine der besten Improspielerinnen, die ich kenne, weil sie unverkrampft ehrlich zu sich selber ist. Sie hatte sich einen Musiker als Gast eingeladen. Dieser improvisiert seine Stücke. Inbal hat also mit seiner Musik als „Mitspieler“ improvisiert – und auch mit seinem Klavier, dass sie über die Bühne rollte. Natürlich während er weiterspielte. Es wurde zu einer Szene über das Gefühl, Berge zu verschieben.

Die Vorgaben aus dem Publikum, aus denen die einstündige Geschichte entstanden ist, waren „jagen, träumen und sich winden“. Die Musik begann und spielte Melodien, die sich jagten, die ein wenig an Träume erinnerten und dazwischen „wand“ sich auch was. Die Atmosphäre im Theater erinnerte an eine Ouvertüre: Großes würde passieren.

Alles Große fängt klein an, daher begann die erste Szene mit einer Frau beim Masseur, deren Verspannung gerade gelöst worden war. Verspannungen, die so alt waren, dass sie nicht mehr wusste, dass sie sie hatte. „Als sei eine Tür aufgegangen“. Das ist nicht mehr Medizin, das ist Kunst.

Durch diese wundersame Massage ändert die Frau ihr Leben, denkt über Ernährung nach und gibt ihr ganze Geld für „Selbstfindungsworkshops“ aus – zum Entsetzen ihrer Eltern, die sich fragen, ob sie einem Kult beigetreten ist. In einer flammenden Rede verteidigte sie ihren Wunsch nach „Befreiung“. Eine Investition in sich selber. Das Leben besteht aus mehr als einer Schicht. Sie wurde zum Jäger. Gerade, als sie ihren, in einer Bar aufgerissenen, One-Night-Stand aus der Tür hinausschob kündigte sie an, beim nächsten Mal fünf haben zu wollen. Die Welt ist nicht genug.

Und dann kippte das alles. Die Bühne betrat plötzlich ein Wesen, das sich als die Depression vorstellte. Die immer da ist. Immer wartet. Egal wie großartig du dich grade noch gefühlt hast. Die schlägt zu. Die findet alles doof. Die hat keine Lust. Die kann ein paar Stunden dauern, eine Woche oder fünf Jahre. Wie sie grade drauf ist.

Ich hab mich da im Zuschauerraum, mit meinen zwei geschwänzten Montagsmuseumstexten, ertappt gefühlt. Schnell noch ein Glas Rotwein getrunken. Ja. Manchmal hat man keine Lust, das zu machen, was einem sonst Spaß macht. Manchmal macht nichts Spaß. Spaß ist nicht alles.

Auf dem Heimweg fühlte ich tiefe Dankbarkeit, dass Inbal Lori dem depressiven Gefühl, was mich und viele andere im Herbst befällt, eine Gestalt gegeben hat. Das darüber geredet wird. Dass es als Kunst auf der Bühne passiert.

Diese Postkarten hängen bei mir an der Wand. Sie stammen aus Wien und zeigen Ausschnitte aus dem „Beethovenfries“, einem großen Wandbild in der „Secession“, das sich schlecht fotografieren lässt. Ich hab einen Ausschnitt im Internet gefunden, auf dem man erahnen kann, dass die Wände voll mit fantastischen, mythologischen, ineinander übergehenden Bildern sind. Man kann davor problemlos eine Stunde verbringen.

Die dargestellten Frauen auf dem schwarzen Bild verkörpern: Krankheit, Wahnsinn und Tod. Die auf dem goldenen Bild sind: Wollust, Unkeuschheit und Unmäßigkeit.

Was diese Bilder mit der Show von Inbal Lori zu tun haben, ist das aufgeräumte Gefühl, dass ich nach dem Aufwachen hatte und mich doch noch einen Montagstext schreiben lässt. Denn ich habe eine Bitte: Pack das Gefühl, so unpopulär es auch sein mag, in ein Bild. Spiel es aus dir heraus in einem Theaterstück. Oder in einem Klavierstück. Schreib einen Text darüber. Es ist schließlich da und wird immer wieder kommen. Also behandele es mit Respekt und Ehrlichkeit. Ich will nicht von einer Teufelsaustreibung sprechen, das wäre übertrieben. Es ähnelt eher einem Saunagang.

Dieser Montagsmuseumstext kommt erst am Donnerstag, weil ich am Montag keine Lust hatte. Gebe ich hiermit zu.

Montagsmuseum #39 (07.10.2019)

Meine erste Moschee! Am „Tag der Deutschen Einheit“ war auch „Tag der offenen Moschee“ in Berlin, weil Einheit viel mit Sich-kennen-lernen zu tun hat. An der Şehitlik-Moschee komme ich häufig vorbei, hab schon oft durchs Gitter geschaut, hätte mich aber nicht getraut, einfach hineinzuspazieren.

Hier eine kleine Auswahl an meinen Vorurteilen. 1) Lassen die mich als Frau da überhaupt rein? 2) Brauch ich ein Kopftuch und wenn ja, gilt auch meine Mütze? 3) Wird das gleich anstrengend?

Als ich an dem Gebäude ankam, sah ich, dass es zwei Gebetsräume gibt: einen oben, an dem „Männer“, einen unten, an dem „Frauen“ steht. Ich hab erst unten in den Frauenraum geschaut, aber da war niemand. Die zahlreichen anderen Besucher gingen alle nach oben, in den Männerraum. Also tat ich das auch. Schuhe ausziehen vor der Tür, diese mithineinnehmen, dort in ein Regal stellen.

Ich konnte mich frei bewegen, durch eine Tür hindurch auf die Empore, dort fotografieren, alles betrachten. Es war, als könne ich gar nichts falsch machen. Ganz anders als erwartet. Mir wurde bewusst, dass meine Berührungsängste mit dem Islam mit der Geschlechtertrennung zusammenhängen. Davon fühlte ich mich persönlich beleidigt. Grundlos, aber dazu komm ich später.

In dieses unerwartete Erleben von Freiheit und dem Glück eines weichen Flauschteppichs unter den Füßen drang die Stimme eines jungen Mannes, der mit einer Führung begann. Über die Moschee wolle er sprechen, dann über den Islam und anschließend dürften alle Fragen gestellt werden, die wir so haben. Ich hockte mich auf der Empore, erinnerte mich dunkel, dass die Fußsohlen nicht nach Osten zeigen dürfen (oder hatte ich mir das ausgedacht?), guckte, was die anderen machten, aber offenbar war alles erlaubt. Wer wollte, durfte auch einen Stuhl haben.

Als Kunsthistorikerin interessierten mich der Teil seiner Erklärung, warum es keine Bilder und Skulpturen in den Moscheen gibt. Erlaubt ist jedoch alles, was von der Natur inspiriert ist. Der grüne Teppich symbolisiert eine Wiese. Die Streifen darin sind Flussläufe (und gleichzeitig ein Abstandmesser für die einzelnen Betenden). Die Säulen sind Palmen und der große Kronleuchter eine Sonne.

Im Kronleuchter selber sind Straßeneier verbaut. Der Geruch vertreibt Spinnen. Ach.

Der Innenraum hat keine Ecken. Damit die Akustik besser ist. Aha.

Zwei Marmorröhren sind mit einem minimalen Spielraum neben der Gebetsnische angebracht, dass sie im Falle eines Erdbebens laut klackern, außerdem Alarm schlagen, wenn sich die Wand verschiebt. Super.

Ich brauch es praktisch. Der eigentliche Grund, warum es keine Bilder und Skulpturen in einer Moschee gibt, ist, dass das Gebet im Vergleich zum Christentum körperlich ist. Dinge, die im Weg rumstehen, werden umgeschmissen. Gebet ist ein sich im eigenen Körper einfinden. Das ist eine gute Sache, ich kann das vom Yoga bestätigen. Wenn die Kräfte frei fließen, ist es ein guter Tag.

Wir durften bei einem Gebet dabei sein. Über fünfzig Männer, die sich erst eingroovten, im eigenen Tempo ein Ritual durchflossen, in dem es um Vorbeugen, Kniefall, Stirn auf den Boden, aufstehen, Arme heben, Hände an die Ohren ging und dann wurden die Verse auch noch gesungen. Als Höhepunkt machten sie das Ritual synchron, all die in sich selber eingefundenen Körper wurden zu einem großen Ganzen.

Die Dynamik war sehr viel mitreißender, als ich es auch meinen evangelischen Gottesdiensten von früher kannte. Das bringt den Kreislauf hoch, das hebt die Stimmung. Ich hätte gerne mitgemacht.

Das aber ging nicht und die Gründe dafür warum absolut einleuchtend. Die Gruppe der betenden stand dicht gedrängt. Beim Vorbeugen berührten die Köpfe beinahe die Hinterteile der Vorderen. Beim Stirn auf dem Boden reckten sich die Hinterteile in die Luft. Ich hätte gar nicht zwischen Männern sein wollen.

Die Körperlichkeit des Gebets sei der Grund für die Trennung von Männern und Frauen. Es gibt Moscheen, da sind die Räume nebeneinander. Oder, wie in dieser Moschee, gingen die Frauen auf die Empore. Einfach mal für ein paar Minuten Ruhe haben von der Fleischbeschau. Das war alles andere als anstrengend.

Montagsmuseum #38 (30.09.2019)

Für den Besuch der Kuppel des Bundestages muss man sich mit einigen Wochen Vorlauf anmelden. Letzte Woche war es dann endlich so weit. Inklusive einer Stunde Plenarsitzung.

Das Wetter war mies. Als ich morgens um 09:00 Uhr ankam, war ich nass vom Regen. Beim Durchqueren der Sicherheitskontrolle tropfte es aus meinen Haaren und ich fand mich verdächtig. Meinen Perso musste ich gleich mehrfach vorzeigen und fragte mich nicht zum ersten Mal, was wohl über mich in den „Akten“ steht. „Die Akten“ ist ein mythischer Ort, vergleichbar mit Walhalla in der nordischen Mythologie. In meinem Kopf sind das hohe Räume mit steinernen Wänden, in denen sich dicht an dicht Aktenregale drängen. Die Akten sind alle in ausgeblichenen Senffarbe. Beschriftet sind sie mit schwarzem Filzstift. Sollte man mal eine öffnen, fallen dünne Papiere heraus, auf denen endlose Tabellen mit Schreibmaschinenschrift stehen. Es ist schier unmöglich, sie in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Wer all die Akten anlegt, kontrolliert, überwacht weiß mein mythisches Bewusstsein aus einer Simpsonfolge, die ich als Kind gesehen habe. Dank der Googlesuche finde ich den Ausschnitt auf Anhieb. Ich scheine nicht die Einzige zu sein, die davon geprägt wurde. Sie ist auf einer Seite der 8 Dinge, die „Die Simpsons“ visionär vorausgesehen haben.

Nach der strengen Sicherheitsschleuse bekam ich eine Nummer und ein Schild um den Hals, auf dem Tribüne stand. Eine freundliche Studentin geleitete meine Gruppe „13“ zum Eingang, durch gläserne Schiebetüren hindurch, bis zu einer Treppe, die wir hinauf gehen sollten. „Schier unmöglich“ sei es, sich zu verlaufen. Oben erwarteten uns ein Saaldiener in einer Livree (ich sag mal „Livree“, es war eine merkwürdig altertümlich wirkende Uniform, wie ein Butler sah er aus).

Er gab sich streng, die Telefone mussten ausgeschaltet werden. Ganz aus. Runterfahren. Meine Gruppe brauchte eine Weile, es wurde unangenehm, weil unser Butler drohte, wer mit Handy in der Hand erwischt wird, ist es los. Er hatte was von einem Volkstheaterschauspieler: der gefallene Patriarch, der einst stolz zu Pferde und nun mit Touristen. Mit Kanonen auf Spatzen, so fühlte ich mich.

Als wir den Sitzungssaal endlich betraten, lief die Debatte bereits. Es ging um ein neues Gesetz zur häuslichen Pflege, jede Partei durfte dazu ihre Meinung sagen. Es ging Schlag auf Schlag, die Redezeiten wechselten zwischen 3 und 4 Minuten. Die Wechsel sagte Wolfgang Schäuble an, der genauso barsch klang, wie der Butler, der sich neben uns positioniert hatte und unsere Handyabstinenz überwachte. Wie der Herr, so’s Gescherr.“

„Die“ reden da wirklich so wie im Fernsehen. Sehr versiert, kompetent, gründlich vorbereitet. Klingt alles gut, auch wenn für meinen Geschmack zu wenig mit rhetorischen Figuren gearbeitet wurde. Da war keine Poesie, kein „Ich habe einen Traum“ oder so. Vor diesem Hintergrund wurde mir klar, wie sehr gegen die Spielregeln „How dare you“ ist.

Umso ärgerlicher, dass der einzige, der völlig am Thema vorbei redete, die ganze Aufmerksamkeit bekam. Ich konnte von dort, wo ich saß, eine große Jugendgruppe beobachten, die die meiste Zeit reglos zuhörten, wenig Quatsch machten, entweder noch schliefen oder von ihrem Butler eingeschüchtert worden waren. Vielleicht waren sie auch einfach nur gut erzogen oder versuchten neugierig zu verstehen, wie Politik funktioniert, kann auch sein. Aber dann kam der Abgeordnete der AfD und erklärte, wie ungerecht es ist, dass Deutsche im Alter genauso viel Geld erhalten wie jemand, der aus Syrien kommt. Ungerecht sei das, weil der Syrer im Vergleich zum Deutschen in seiner Heimat ja noch ein Haus und Vermögen habe. Die Abgeordneten der anderen Parteien riefen laute Proteste. Leider waren die oben auf der Tribüne nicht zu verstehen, so dass die sichtliche Empörung der Jugendlichen, die größtenteils Migrationshintergrund hatten, nicht … wie soll ich sagen … die blieb im Raum stehen. Niemand sagte, dass das einfach nicht stimmt, was der Mann da redete. Es war im Bundestag gesagt worden, dass das mit den „Syrern“ so sei. Ich wünschte, wenigstens einen der Zwischenrufe verstanden zu haben.

Die gläserne Kuppel des Architekt Sir Norman Foster steht auch im Raum. „Transparenz“ stahlt sie aus. Kannste durchgucken. Sie liegt über dem Plenarsaal. Es regnete rein an diesem Tag.

Montagsmuseum #37 (23.09.2019)

Angeboten wurde in Mitte ein Workshop zum Thema „Forschungsmaschine – Verschränkte Verfahren von Kunst und Theorie“. Er war von einer Dichterin, die sich mit künstlicher Intelligenz auseinander setzt. Warum nicht, dachte ich.

Diese dreistündige Veranstaltung fand in einem alten Ballettsaal der „Volksbühne“ statt. Die Spiegel waren abgehängt, an den Wändern lagerten technische Geräte, der große schwarze Flügel war von einer dicken Staubschicht bedeckt. Die Dichterin hatte die sympathische Diffusität einer introvertierten Persönlichkeit, die von Natur aus niemals einen Workshop geben würde. Blickkontakt halten, laut sprechen und für den Zeitplan verantwortlich zu sein, kostete sie gewaltige Kraft. Da sie sich selbst am meisten zu wundern schien, wie sie in diese Situation gekommen war, krönte ich sie zu meinem heimlicher Star.

Roboter in der Kunst oder wie „artifical intelligence“ die künstlerischen Prozesse verändert, um diese Fragen schwirrten ihre Gedanken, dazu zeigte auf ihrem Laptop zahlreiche Beispiele von künstlicher Intelligenz und schien davon auszugehen, dass wir die eh schon alle kennen.

Neu war mir allerdings, dass es einen Roboter namens Ai-Da gibt. „Sie“ malt nicht nur perfekte Bilder, sondern kann auch auf Fragen antworten oder weicht zurück, wenn man ihr zu nahe kommt. Unsere Dichterin erzählte, dass man Ai-Da auch zu Dinnerpartys einladen kann. „Sowie man sich Künstler zur Unterhaltung einlädt.“

Es waren etwa zehn Leute gekommen. Es war eine krude Mischung aus Künstlerinnen, Programmierern und einer Sozialarbeiterin, die von „intelligenten“ Protesen berichtete, die vorhersehen sollen, was ihr Mensch tun wollen wird. Zum Beispiel nach einem Glas Wasser greifen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand einen denkenden Arm haben möchte. Aber ich konnte mir vor dreißig Jahren auch nicht vorstellen, dass jemand ein Telefon will, dass Fotos macht. Vielleicht wollen in dreißig Jahren alle lieber Protesen anstelle der eigenen Arme, weil die schlauer sind?

Was künstliche Intelligenz ist und wie sie lernt, hat uns ein Programmierer anschaulich anhand von „Super Mario“ erklärt. Ein Computer hat dieses Spiel sehr oft durchgespielt und sehr oft „gestorben“. Aber jeden „Fehler“ hat er sich gemerkt und machte ihn kein zweites Mal. Am Ende war er der beste „Super Mario“ Spieler. So einfach: Lernen ist, Fehler nur einmal zu machen. Das war’s.

„Ich wünschte, mein Computer könnte sich merken, welche Fehler ich in meinen Texten mache“, sagte eine der Teilnehmerinnen. „Er kennt doch alle Entwürfe, die ich verwerfe. Alles, was ich wieder lösche.“

Ich stellte mir eine Rechtschreibprüfung vor, die mir jedes „sehr“, „etwas“ oder „ungefähr“ ankringelt. Das sind die Wörter, die ich am häufigsten lösche. Beim zweiten Überarbeiten. Das man sich dann sparen könnte.

Allein die Vorstellung nervte mich gewaltig. „Ganz“ gewaltig, noch so ein Füllwort.

Mein Blick fiel auf das staubige Klavier und ich fühlte mit ihm. Es dauert, bis man so aussieht. So und nicht anders. Besser. Auch wenn man so nicht zu Dinnerpartys eingeladen wird.

In der Garderobe des Ballettsaals klebte an jedem Fach die Warnung, sich vor Taschendieben in Acht zu nehmen. Offenbar war dort geklaut worden. Hieß das nun, keine Taschen mehr dort zu lagern? Was für einen Sinn hat eine Garderobe, wenn in ihr keine Taschen gelagert werden können, da schon mal geklaut worden war? Mein Hirn verknotete sich.

„Die Hinweisschilder sind hier auch auf Chinesisch“, sag ich zu einer Teilnehmerin. „Vielleicht sind viele Balletttänzerinnen aus China?“

Sie sagt schulterzuckend: „Oder es ist ein Gag.“

Auf die Idee war ich noch gar nicht gekommen. Das war auch viel zu kurz gekommen in der ganze Diskussion. Können künstliche Intelliegenzen überhaupt lustig sein? Hat Humor nicht gerade mit dem scheitern zu tun? Das vermeiden von Fehlern ist eine furchtbare Angelegenheit, denke ich beim Verlassen des Gebäudes. Es macht überhaupt keine Spaß. Was sagt das dann über Fehler?

Montagsmuseum #36 (16.09.2019)

Allesandersplatz

Das Haus Karl-Marx-Str.1 hat sich zur Berlin Art Week hübsch gemacht, so gut es eben geht. Ein bunter Banner mit Comickunst, lieb, verspielt, ziert die Fassade wie eine Bauchbinde. Das war es dann aber auch schon mit der Deko, darunter ist ein gerupfter Bau, so rauh wie man wird nach vielen Jahren Stillstand.

Die Geschichte hab ich ja schon mal erzählt, daher hier nochmal kurz zur Erinnerung eine der Tafeln.

Letzten Freitag war ich also da, die Türen waren auf. Kein Aufsichtspersonal war zu sehen. Nur ganz oben, im sechsten Stock des Taubenturms, als ich den Weg aufs Dach suchte, stoppten mich zwei Männer. Sie baten mich freundlich, aber bestimmt, umzukehren. Ob es dort arbeitende Bauarbeiter waren oder Obdachlose, ich kann es nicht sagen.

In jedem Artikel, den ich gelesen hatte, war die Rede vom alten Autosccoter im Innenhof. Was hatte ich erwartet? Autos? Es war vor allem das Zelt eines alten Autoscooters. Das ist aber auch beeindruckend.

Durch den Hof kommt man dann zu der Kreativwerkstatt. Ich nenn es mal so. Dies war endgültig der Fall durch das Kaninchenloch, hinein in ein Wunderland.

Dort herrschte Leben, es gab Menschen, Essen und Diskussionen, sehr viele Pläne, die an Wände, und Fenster geschrieben waren. Ich glaube, ich habe die Vorträge verpasst, durch eine Wand hörte ich in einem der Gänge Applaus wie aus weiter Ferne.

Es gab runde, nestartige Behausungen, wer darin wohnte, kann ich nicht sagen. Es war eine gespenstige Ruhe, als ich durch sie hindurch ging. Alle Lebewesen, auf die ich traf, taten, als bemerkten sie mich nicht. Es kam mir der Gedanke, dass ich träume.

Als ich zurück ans Tageslicht kroch und langsam die Realität wieder klar wurde, waren drei Stunden vergangen. Ich weiß nicht, was ich gemacht habe in der Zeit. Nur dass es den Eingang zum Wunderland wirklich gibt. Er ist direkt am Alexanderplatz.

Montagsmuseum #35 (09.09.2019)

Letztes Wochenende war ich in Hamburg. Nicht im Museum, sondern auf einem Autorenworkshop. Ich hatte mich in meinem eigenen Roman verrannt, eine Großbaustelle war das in den letzten Jahren geworden, auf der ich den Überblick verloren habe.

Bekanntes Problem. Gute Idee also, sich mit ein paar anderen Großbaustellenbesitzern an einen Tisch zu setzen und sich gegenseitig zu helfen. Psychotherapie für den inneren Schreiberling.

Damit der innere Schreiberling wach wird, beginnt man solche Tage am besten mit einem Spiel, bei dem es kein richtig oder falsch gibt. Im Prinzpip Yoga fürs Hirn.

Unsere Dozentin legte ein paar Postkarten auf den Tisch, jeder griff sich eine und dann hatten wir 20 Minuten Zeit, dazu einen Text zu schreiben.

Ich kann mich weder an den Maler noch den Titel des Bildes erinnern, dass ich gegriffen haben. Nur noch, dass es in Prag hängt.

Imaginäre Freunde

Es fing an mit einem Hund, der mit folgte. Er hieß Bijoux und war ein Bobtail. Er lag neben meinem Stuhl, wenn wir aßen, er lief hinter mir her zur Kirche, er raschelte in den Büschen, wenn ein Wind aufkam.

Später kam eine Katze dazu. Weiße Flecken in schwarzem Fell. Die war immer irgendwo oben. Auf dem Schrank. Im Baum. Spazierte über einen Dachfirst.

Wo sie herkamen, weiß ich nicht, aber wo Kasparovic herkam, kann ich genau sagen. Ich fand ihn in der Ablage der Kirchenbank vor mir, direkt neben dem Gesangbuch. Für eine Schildkröte ist er sehr flach, wie Sie sehen.

Man kann ihn gut an sich drücken. Er hält still. Meistens hat er den Kopf eingezogen in seinem dunkelgrünen Panzer, aber wenn mir langweilig ist, dann flüstere ich: „Kasparovic, komm raus.“

Er brummt, dass sein Panzer wackelt und grollt: „Wie heißt das Wort?“

„Bitte, Kasparovic.“

Dann schaut er raus, wendet den Kopf hin und her, guckt, wo wir gerade sind. Meistens sind wir in der Kirche, während der Predigt, wenn ich einschlafen könnte, so langweilig ist es. Er sagt dann: „Interessant, sehr interessant.“

„Nein“, widerspreche ist. „Es ist langweilig.“

Dann erzählt er mir lustige Geschichten aus einem Land mit Feenwesen und Trollen. Da gibt es Drachen. Die Geschichten finde ich viel spannender als die Predigt.

Seit Kasparovic bei mir ist, habe ich Bijoux den Bobtail nicht mehr gesehen und die Katze spaziert nirgends mehr herum.

Übrigens, nachts schiebe ich ihn einfach unter das Bett. Da frisst er dann meine Träume auf, die durch die Matratze hindurch zu ihm runterfallen. Davon lebt er. Er ist daher sehr günstig in der Haltung.

Montagsmuseum #34 (26.08.2019)

Letzte Woche sah ich eine Mondsichelmadonna. Ich liebe dieses Wort. Viel schöner als „Madonna im Strahlenkranz“ oder die „apokalyptische Madonna“. Auch wenn alles drei das gleiche meint. Hier der Bildung wegen die Bibelstelle aus der Offenbarung des Johannes.

„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. (Offb, 12,1–5 EU)“

Da, wie ja bereits mehrfach an dieser Stelle erwähnt, ein Albrecht Dürer immer geht, hab ich hier eine seiner Mondsichelmadonnen als Beispiel herausgesucht. So sah das im Mittelalter aus.

Bildergebnis für MAria Mondsichel Albrecht Dürer

Die Mondsichelmadonna, der ich im „Museum Europäischer Kulturen“ in Berlin, Steglitz begegnete, sah so aus.

Diese Skultur aus Zirbelkiefer von 2014 des Künstlers Gerhard Goder heißt: „Conchita Wurst auf der Monsichel“.

Dieser letzte Satz muss da stehen, dachte ich, damit diese Skulptur, die einfach nur witzig ist, in einem Museum für europäische Kultur Sinn macht. Wobei ich dann wiederum dachte, dass sie ja trotzdem witzig sein kann, auch wenn sie die „plurale Gesellschaft“ reflektiert.

Denn eigentlich ging es um Europa.

Zwölf Sterne. „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ Steht schon in der Bibel. Ist alles kein Zufall.

Apropos Zufall. In diesem kleinen, ziemlich verschlafenem Museum, dass neben der Freien Universität, Abteilung Iranistik liegt und so tolle Veranstalltungen anbietet wie „Gebratener Specht (sic) im Erdloch (mit Champagnerbrand und Kreuzotterschaum abgeschmeckt). Vom Essen und Trinken allein und in Geselligkeit.“, hab ich plötzlich den Hut meines Vater wiedergesehen.

Meine Familiengeschichte ist eine andere, doch der Hut ist mir vertraut. Ich weiß auch, wie er riecht. Ich bin in Europa aufgewachsen, vieles ist mir vertraut, was ich sehe.

Ich höre mir die polnischen Volksgesänge an und denke an Klassenfahrten. Ich sehe eine venezianische Gondel und denke daran, dass ich die Venus von Michelangelo in der gleichen Woche gesehen habe, wie Julia Roberts bei den Dreharbeiten zu dem Woodie Allen Film „Alle sagen: I love you“. Eigentlich kann ich zu allem, was ich sehe, eine Geschichte erzählen. Zum Beispiel hierzu:

Das sind Fantasietrachten des Modedesigners Stephan Hann. Das Dekolette ist aus Tetra Pak, die Ärmel eine Landkarte. Stephan Hann habe ich mal kennen gelernt. Während einer Sylvesterfeier war er derjenige, der zu später oder früher Stunde, wie man es nimmt, auf den Tisch stieg und tanzte. Danach wurde er von seinen Freunde bald nach Hause begleitet. Ist das nun eine europäische Geschichte? Es könnte auch eine Berliner Geschichte sein.

Montagsmuseum #31 (05.08.2019)

Unser heutiges Thema ist: Heiraten und Dreiecke.

Während sich der Boulevard daran abarbeitet, dass Heidi Klum den einen der Kaulitz Zwillinge geheiratet hat, und unklar ist, ob der andere Zwilling sie dabei vermählt hat, womit offen wäre, ob das offiziell dann „gilt“ und außerdem Heidis Vater nicht dagewesen sein soll, was aber keiner so genau weiß. Weil. Das Ganze auf einem Boot war und weit weg.

Auf dem oberen Bild sehen wir ein Dreieck (verlängert man die Linie der Treppe, geht sie in das Weiß des Brautkleids über und fällt in den weißen Streifen des Jackett wieder ab) , womit das Ganze kunsthistorisch interessant wird. In der Kunst geht sehr viel um Dreiecke.

Das in den Jahren 1494 bis 1497 entstandene Abendmahl im Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand ist ist ein Höhepunkt im Schaffen Leonardos. Weitere Werke finden Sie in unserer Bilderstrecke. Foto: Wikipedia

Das zentrale Dreieck in der Mitte ist Jesus. Da sind sich alle einig. Es gibt die Dreiergruppen-Dreiecke der Jünger. Gut. Aber was hat es mit dem umgedrehten Dreieck links von Jesus auf sich. Dem dreieckigen Keil, unwissenschaftilch formuliert oder dem „Symbol für Weiblichkeit“, wissenschaftlich formuliert.

Ich habe diese Woche viel Zeit in meinem Gartenhaus verbracht, wo sich neben jede Menge Blumen auch meine ausgelagerte Büchersammlung befindet. Ich habe aus Jux an der Freude Dan Browns „Sakrileg“ mal wiedergelesen und war perplex, wieviel ich davon vergessen hatte.

Unter anderem spielt „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci eine große Rolle. Seht dieses Bild an. Sagt, wer die Person neben Jesus ist. Die, die seine Farben komplementär trägt. Die aussieht wie eine Frau. Ist es Maria Magdalena? (Huch? Die Hure?) Ist es gar Jesus‘ Ehefrau?

Wenn man diese Theorie, (die Dan Brown vermutlich aus dem Buch „Die Templer-Offenbarung von Lynn Pichnett und Clive Prince übernommen hat), googelt, sitzt man die nächste Stunde gebannt vorm Rechner. Ich. Ich-Botschaften. Ich hab grad meinen Vormittag damit verbracht, nach der Mega-Hochzeit Maria und Jesus zu suchen, statt einfach fünf Minuten Heidi und Dings zu gucken und dann endlich zu arbeiten. Auf der Seite des folgenden Links hat sich jemand die Mühe gemacht, Bilder vom letzten Abendmahl zusammen zu stellen, wo eindeutig eine Frau bei Jesus auf dem Schoß hockt.

https://www.panoptikum.net/maria-magdalena/

Gleich muss ich dann mal weitermachen, aber, wie ich glaube schon öfter an dieser Stelle gesagt habe: Ein Albrecht Dürer passt immer. Wie sich sein Dreieck vom Heiligenschein über das Tischbein in den Obstkorb verlängert? Kein Zufall.

Montagsmuseum #30 (29.07.2019)

Allesandersplatz. Seit einiger Zeit schon erfreut mich diese Umbennenung des Alexandersplatzes und endlich passte es vom Licht und der Uhrzeit, dass ich ein Foto machen konnte. Ich hab gegoogelt, was es eigentlich damit auf sich hat. Wer diese Buchstaben dort angebracht hat auf dieser Ruine, die seit Ewigkeiten leer steht. An einer der besten Ecken Berlins.

Es ist von der Initative „Haus der Statistik“. 2015 haben Künstler das Haus erobert, haben Bleiberecht bekommen und betreiben nun auf dem 50.000 qm großem Grundstück eine künstlerische Zwischennutzung. Unter dem Motto „statista“ gibt es ein Raumlabor, einen Chor, es wird ein Heiz- und Kühlsystem mit Bienen erforscht (mit „importierten“ Bienen, was immer das heißt) und das Oberschärfste ist ein alter Autoscooter im Innenhof.

Geplant ist eine große Präsentation im Rahmen der „Berlin Art Week“ vom 9.-15. September. Ich denke, ich werde hingehen.

Ca. 2026 ist dann vom Baustadtrat Mitte ein großer Bau mit Verwaltungen, sozialen Einrichtungen und Künstlerateliers geplant.

Ich finde das eine hinreißend schöne Geschichte. Eine gute Geschichte an einem der zentralsten Orte dieser Stadt, wo direkt gegenüber das riesige Shoppingcenter „Alexa“ steht. Da geht es um Kommerz, mal vereinfacht ausgedrückt.

Dieser Kopf mit der rausgestreckten Zunge befindet sich an der Burg Hanstein und ist ein sogenannter Neidstein. Gegenüber ist nämlich eine andere Burg, deren Namen ich vergessen habe. Was ich nicht vergessen habe ist, dass dieser Kopf der anderen Burg die Zunge rausstreckt. Weil die da drüber nämlich doof sind.

Könnte man sagen, dass der Schriftzug: Allesandersplatz ein moderner Neidkopf ist? Mach ich hiermit.